Alternative Fernbus – Die Renaissance eines Verkehrsmittels

Gut 70 Jahre waren sie auf deutschen Straßen nicht zu finden. Fernbusse waren per Gesetzt so gut wie verboten. Seit 2013 erlebt die Alternative zur Bahn erneut eine rasante Renaissance.

Der Fernbusverkehr vor 2013

In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts waren sie noch sehr beliebt, dann würden sie durch das Personenbeförderungsgesetz, welches Mitte der 30er Jahre in Kraft trat, so stark eingeschränkt, dass sie nahezu komplett verschwanden. Durch das Gesetzt durften neue Linien nur noch dann eingerichtet werden, wenn sie keine Konkurrenz zu bestehenden Buslinien und insbesondere nicht zum Bahnverkehr darstellten.

Nach dem zweiten Weltkrieg kamen sie dann aber doch wieder zurück. Einerseits weil die Schienennetze bundesweit durch den Krieg zerstört waren, andererseits weil die Bahnpreise für die wenigsten Menschen erschwinglich waren. Von einem eigenen Auto ganz zu schweigen. Der Wirtschaftsaufschwung und der damit zunehmende Wohlstand in Deutschland sowie die immer größere Verbreitung von privaten PKWs bedeutete dann das erneute Aussterben der Fernbusse. Der Bedarf schwand so rapide, dass die meisten Fernbuslinien eingestellt wurden. Durch das weiterhin bestehende Personenbeförderungsgesetz war es ohnehin kaum noch Möglich neue Linien einzurichten.

Die Rückkehr des Busverkehrs auf deutsche Straßen

Die Fernbusse, die in anderen Ländern bereits seit Jahren zahlreich auf den Straßen unterwegs sind, finden seit Anfang 2013 auch wieder den Weg auf die deutschen Straßen. Bereits im Jahr 2011 beschloss die Bundesregierung die Gesetzeslage zu ändern und die Freigabe von Fernbuslinien zu ermöglichen. Am 1. Januar 2013 trat dann ein geändertes Gesetz in Kraft, dass Fernbusverkehr auf Strecken über 50km zu erlauben. Mit dieser Einschränkung soll der öffentliche Nahverkehr geschützt werden. Für die bundesweiten Verbindungen mit Fernbussen stellt dies aber kein großes Hindernis dar. Und so ist seit dem eine sprunghafte Ausweitung des Busliniennetzes zu verzeichnen. Allein in den ersten sechs Monaten wurden knapp neue 85 Linien genehmigt. Bereits nach einem Jahr hatte sich das Verkehrsaufkommen verdreifacht. Seit dem sind zahlreiche neue Busunternehmen wie Flixbus oder der ADAC Postbus entstanden.

Die meisten Linien bestehen von und nach Berlin. Dies hat unter anderem einen geschichtlichen Grund. Wegen der Teilung der Stadt und die damit verbundene schlechte Zuganbindung gab es eine Ausnahmeregelung, die Fernbusverbindungen nach Hamburg und in andere umliegende Städte erlaubte. Diese Sonderstellung besteht bis heute.

Mit den neuen Fernbuslinien entsteht seit Jahrzehnten wieder eine echte Alternative zum Zugverkehr.